Autismus & Perfektionismus: Wenn „gut genug“ sich nicht gut genug anfühlt

Perfektionismus gehört nicht zu den diagnostischen Merkmalen von Autismus. Trotzdem können manche autistische Menschen sehr hohe Ansprüche an sich selbst entwickeln. Dahinter steckt nicht zwangsläufig besonderer Ehrgeiz. Der Wunsch, alles richtig zu machen, kann auch mit Unsicherheit, einem hohen Bedürfnis nach Klarheit, detaillierter Informationsverarbeitung oder belastenden sozialen Erfahrungen zusammenhängen. Dann wird Perfektionismus zu einer Strategie, um Fehler und Unvorhersehbares möglichst zu vermeiden. Das kann kurzfristig Sicherheit vermitteln – langfristig aber viel Energie kosten, Entscheidungen erschweren und sogar dazu führen, dass Aufgaben gar nicht erst begonnen werden.

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    Katja Hageneier

    Expertin für Neurodiversität

Quellen

  1. Boulter, C., Freeston, M., South, M. & Rodgers, J. (2014):

    Intolerance of uncertainty as a framework for understanding anxiety in children and adolescents with autism spectrum disorders. Journal of Autism and Developmental Disorders, 44, 1391–1402.

  2. Frost, R. O., Marten, P., Lahart, C. & Rosenblate, R. (1990):

    The dimensions of perfectionism. Cognitive Therapy and Research, 14, 449–468.

  3. Hewitt, P. L. & Flett, G. L. (1991):

    Perfectionism in the self and social contexts: Conceptualization, assessment, and association with psychopathology. Journal of Personality and Social Psychology, 60(3), 456–470.

  4. Hull, L. et al. (2017):

    “Putting on My Best Normal”: Social Camouflaging in Adults with Autism Spectrum Conditions. Journal of Autism and Developmental Disorders, 47, 2519–2534.

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