Wenn „Melden Sie sich, wenn es schlimmer wird“ keine klare Anweisung ist

„Melden Sie sich, wenn die Schmerzen zu stark werden.“ Solche medizinischen Hinweise wirken auf den ersten Blick eindeutig. Tatsächlich setzen sie aber voraus, dass ein Mensch seinen körperlichen Zustand nicht nur wahrnimmt, sondern auch einschätzen kann, was „stark“, „viel“, „ungewöhnlich“ oder „schlimmer“ bedeutet. Für manche autistische Menschen kann genau das schwierig sein. Besonderheiten der Interozeption können dabei ebenso eine Rolle spielen wie das Bedürfnis nach eindeutigen, konkreten Informationen. Was dann hilft, sind nicht unbedingt weniger Informationen, sondern bessere Maßstäbe.

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    Katja Hageneier

    Expertin für Neurodiversität

Quellen

  1. Allely, C. S. (2013). Pain Sensitivity and Observer Perception of Pain in Individuals with Autistic Spectrum Disorder. The Scientific World Journal, 2013, 916178.
  2. Nicolaidis, C. et al. (2015). Healthcare experiences of adults on the autism spectrum. Autism, 19(7), 824–831.
  3. Raymaker, D. M. et al. (2017). Barriers to healthcare. Autism, 21(8), 972–984.
  4. Williams, Z. J. et al. (2023). Characterizing Interoceptive Differences in Autism. Journal of Autism and Developmental Disorders, 53, 947–962.

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